Die nach dem zweiten Weltkrieg verkaufte Krupp-LKW, allen voran der schwere Haubenwagen Titan, haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Doch schon seit 1919 fertigte der Essener Industriekonzern auch Nutzfahrzeuge; 1969 liefen die letzten Fahrzeuge vom Band. 1:87-Modelle dieser Baujahre sind selten. Umso schöner, dass Saller Abhilfe schafft.
Vorgestellt auf der Spielwarenmesse 2009, ist er vor ein paar Wochen auf meinen Schreibtisch gerollt: Sicher verpackt in einer Klarsichtschachtel, präsentiert der Kleinserienhersteller aus dem bayrischen Kaufbeuren-Neugablonz den Krupp L5 N 62 mit Vorbildbaujahr 1932, einen Dreiseitenkipper mit fünf Tonnen Nutzlast. Der Aufbau stammt von Strassacker aus Esslingen; unter der kantigen Haube werkelten Motoren mit 90 bis 110 PS. In dezentem Grün mit schwarzem Chassis rollt der kleine Kipper auf richtiger und sogar vorbildgerecht profilierter Vollgummibereifung.
Ausgestattet mit einer filigranen und funktionierenden Kippmechanik, mit Zwischenrahmen und aufschwenkender Heckbordwand, lässt sich die Kippbrücke anheben und in verschiedenen Zwischenstellungen arretieren. Die Ausführung von Fahrerhaus, Aufbau, Rahmen und Fahrwerk lässt keine Wünsche offen, die Lackierung in seidenmatten Tönen ist makellos. Einzig ein Rückspiegel und Winker bzw. die Abbiegeleuchte fehlen im Vergleich mit Vorbildfotos. Der Anschaffungspreis liegt unter 60 Euro, für ein Weismetallfertigmodell in dieser Qualität schon erstaunlich und absolut gerechtfertigt.
Auf den Fotos sind dem Kipper zwei zeitgenössische Bagger zur Seite gestellt: ein Bucyrus-Erie B-2 Dampfkran von Vintage Vehicles bzw. Jordan Products und der Menck M IV von Saller.