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Die 1:87-Messemodelle der 61. Internationalen Spielwarenmesse 2010

Text von Marc Schmidt     , Bilder von Uli Slovig und Marc SchmidtBilder durch Anklicken vergrößern. Zur Kontaktaufnahme den Namen des Autoren anklicken.
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Zwar gibt es auf dem Nürnberger Messegelände (fast) nichts zu kaufen – aber kleine Geschenke sind vermutlich seit der ersten Ausgabe der Spielwarenmesse ein wesentlicher Bestandteil des Branchentreffs. Für die Modellautohersteller liegt nichts näher als eine Miniatur aus eigener Produktion, und so finden sich am Ende der sechs Messetage regelmäßig einige neue H0-Modelle unter den Katalogen, CDs, Datensticks und eng beschriebenen Notizzetteln.

Herpa stellt den Messestand (der in diesem Jahr völlig neu gestaltet worden war, sich offen und transparent darbot und Schluss mit dem Einigeln früherer Jahre machte) seit Jahren unter das Motto „Herpa-IAA“ – 2010 bedeutete die 27. Ausgabe der großen Automesse im Kleinen und natürlich ein weiteres rotes Modell mit entsprechender Windschutzscheibenbedruckung, Jahreszahl und Messeschaukelpferd. Die Wahl war auf den BMW 2002 tii touring gefallen, der die Serie der Youngtimer der letzten Jahre perfekt ergänzte und zugleich deutlich macht, wo Herpas Neuheitenschwerpunkt noch eine Weile liegen wird.

Erstmals auf der Spielwarenmesse vertreten war Audis Tochtergesellschaft quattro GmbH, die das Modellautosortiment künftig auch dem Spielwarenhandel anbieten möchte. Interessenten überreichten die Ingolstädter einen eissilbernen Audi R8 Spyder als Herpa-Modell im Maßstab 1:87, der sich durch die Sockelbedruckung vom regulären Audi-Werbemodell unterscheidet.


Wo Herpa auf Rot setzt, trägt Wiking konsequent Weiß. Das – je nach Sichtweise erst oder bereits – zehnte Modell (Wikings Messemodelle gibt es seit 2001) wurde erstmals ein Youngtimer. Bisher waren zumeist die neuesten Modelle von Volkswagen (sechsmal), Mercedes (zweimal) oder Audi (einmal) ausgesucht worden, in diesem Jahr aber überreichten die Wikinger mit dem VW-Porsche 914 einen jungen Klassiker mit weiß lackierter Karrosserie und den üblichen Drucken. Ob die Opel-Sportfelgen ein Fortschritt gegenüber den bisherigen Volvo-Stahlfelgen sind, mag jeder für sich entscheiden.


Ein zweites Wiking-Modell, limitiert auf nur 500 Stück, kam im Toy Shop der Spielwarenmesse selbst in den Verkauf. Mit über 20 Euro ähnlich teuer wie das VW-Zweierset des Vorjahrs, war der rot lackierte MG A bereits am Morgen des vierten Messetags restlos ausverkauft. Nur das rote Schaukelpferd, traditionelles Logo der Nürnberger Fachmesse, als Druck auf dem schneeweißen Koffer stellt den Bezug zur Veranstaltung her.


Eine Hausfarbe kennt auch Busch – seit Übernahme der Praliné-Formen durch den Viernheimer Modellbahnzubehörhersteller 1994 präsentieren sich die Messemodelle im gleichen kräftigen Blauton und in Minivitrine ohne Umkarton. 2010 steckte Busch 1500 Stück der jüngsten und noch nicht im Handel erhältlichen Automobilminiatur in die PC-Box, das Mercedes E-Klasse Cabrio der Baureihe A207. Über die umfangreichen Drucke der Mercedes-Werbemodelle hinaus dekorierte Busch beim Messemodell sogar den Innenraum, etwa in Form des Metallstreifens am unteren Rand des Handschuhfachs. In Form eines Schlüsselanhängers überreichte Busch außerdem eine kleine rote Lohre, die an das Leitmotiv Kohleförderung und -verarbeitung der diesjährigen Busch-Neuheiten erinnert.



Orange dominiert seit jeher den Brekina-Stand, und in dieser Farbe wurde der VW Käfer produziert, der auf die Brekina-Webseite brekina.de aufmerksam macht. Nur die Verpackung weist auf die diesjährige Spielwarenmesse hin.



Schwarz wie die Nacht sind seit Anbeginn (2003) die Messemodelle aus Schucos Edition 1:87 Metall – in diesem Jahr das Schlachtross Mercedes 300 SEL 6.8 AMG als Tourenwagen mit Startnummer 10, rotem Schuco-Logo auf der Motorhaube und Hinweis auf die Messe 2010 auf dem Kofferraumdeckel. Zwei Linien im oder nahe am Maßstab 1:87 bedeuten bei Schuco seit jeher auch zwei Messemodelle – der Opel Blitz Pritschenwagen aus der Piccolo-Linie zeigte sich im üblichen Weiß dieser Messemodelle.



Zwei Messemodelle, nämlich zwei Farbvarianten bot auch Epoche aus Mannheim an: Der Tempo Matador Tieflader trat mit roter bzw. grüner Karosserie an, immer mit dem Planendruck „Bei Epoche, das ist wichtig / sind die Proportionen richtig!“.


Von Bub aus Wendelstein stammt das wie immer gemeinsam mit der Muttermarke Premium ClassiXXs und dem Vertriebspartner NZG genutzte Messemodell, eine graumetallic lackierte Kaelble Z6 R2A Dreiachszugmaschine mit heckseitigem Hinweis auf das Messejahr. Als einziges Messemodell kommt der schwere Kaelble auch in den Fachhandel: für jede komplette Bestellung aller Messeneuheiten legt Bub der ersten Neuheitenauslieferung einen solchen 100 PS-Laster bei.


Ein weiteres klassisches Vorbild hatte Rietze als Messemodell ausgesucht – mit der Renault NN Limousine aus den zwanziger Jahren feierte gleich eine Formneuheit Premiere, denn bislang verkauften die Altdorfer lediglich den Pritschenwagen auf gleicher Basis. Der Viertürer trägt das gewohnte Rietze-Blau und wurde in PC-Vitrine ohne Umkarton überreicht, fixiert lediglich durch ein Tiefziehteil: Die Achsen des Renault erlauben die bei Rietze übliche Befestigung mit zwei Plastikclips nicht.


Kein reinrassiges Messemodell, aber doch zwei am Messestand zu verschenkende Miniaturen brachten die Filderstädter Modellauto-Perfektionisten mit nach Nürnberg: Mit Auto Union Typ C von 1936/37 und Ferrari 156 F1 „Sharknose“ von 1961 beschenkt sich CMC im Jahr des 15. Geburtstags selbst, schuf Stahlformen für zwei Zinkdruckgussmodelle im Maßstab 1:87, produzierte sie je fünftausend Mal, verschenkte sie am Messestand an gute Kunden und wird sie demnächst (für jeweils rund 30 Euro) auch in den Fachhandel bringen. Es ging bei den Metallmodellen nicht darum, die Perfektion der CMC-Miniaturen in 1:12 und 1:18 in die H0-Größe zu übertragen – nur eine nette Kleinigkeit mit Bezug zum CMC-Programm sollte entstehen. Daher verbleiben die Miniaturen unlackiert, zeigen polierten Metallglanz und weder durchbrochene Felgen noch übermäßig viele Details – CMC hat die Vorbilder auf die wesentlichen Merkmale reduziert. Die Verpackung, ein schwarzer Zylinder aus schwerem Karton mit ebenso schwarzem Deckel und grauer Schaumstofffüllung und kleinem Zertifikat zeigt die Liebe zum Detail, mit der CMC selbst bei diesen einfach gestrickten Miniaturen zu Werke geht.

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